Kraftwerk in München 20.12.2025 - Multimedia -Tourfinale 2025

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Boing. Boom. Tschak. Multimedia, fürwahr. Kraftwerk, genauer Bandgründer, Mastermind, Mensch-Maschine und letztes verbliebenes Originalmitglied Ralf Hütter lud ein zur audiovisuellen Best-of Show des deutschen Populärelektronik-Weltkulturerbes made in Düsseldorf. Sein Kraftwerk-Projekt war im laufenden Jahr über fünf Monate live unterwegs, vor allem in den USA. Das letzte Konzert der (Mittel-)Europa-Tour 2025 auf deutschem Boden fand nun aktuell im ausverkauften Münchner Zenith statt (noch ein weiterer Gig im Großen Festspielhaus Salzburg schloss sich einen Tag später an, dann gönnt der mittlerweile 79-Jährige sich eine Live-Pause bis ins Frühjahr 2026, wenn (1,2,3,4,5,6,7,)acht Konzerte in Japan (und später im UK) anstehen. Eine Hommage an die japanische Technopop-Ikone Ryuichi Sakamoto (später außerdem bekanntermaßen Schauspieler, Filmkomponist & Oscar-Preisträger) sorgte auch für eine Zäsur im von früheren Gigs in weiten Teilen bekannten Programm mit den Schwerpunktalben Man-Machine und Computerworld: Hütter unterbrach den Elektro-Flow mit einer für Kraftwerk sehr seltenen Moderation, verwies auf seine erste Begegnung mit Sakamoto in Tokyo 1981 ("Seitdem sind für Freunde fürs Leben.") und ließ die Klavierakkorde von Merry Christmas, Mr. Lawrence (aus dem Score zu Nagisa Oshimas Kultfilm Furyo mit Sakamoto & David Bowie in den Hauptrollen) andante und verhallt wirken. Sakamoto war es auch, der nach Fukushima einen japanischen Text zu Kraftwerks Radioaktivität schrieb, der nun ebenfalls Teil der Performance wurde - die Hommage-Passage hier (vom Konzert in Hamburg). So widersinnig wie am Rande bemerkt: arbeitenden Fotografen wurde die Arbeit schwergemacht, die Smartphone-Fraktion hatte dagegen weit vorne und ohne Einschränkung freie Bahn beim (Bewegt-)Bildeinsammeln. Immerhin: vorn in der Werkshalle war, Bass-Toleranz vorausgesetzt, der öfters gefürchtete Zenith-Sound ausnahmsweise superbes Kling Klang, das Spacelab landete wie in den Tour-Städten zuvor auch in München und keine technische Panne verhagelte das Gesamtkunstwerk - wie noch drei Tage zuvor in Bern, wo das Hallenlicht zwischendurch angeschaltet werden musste, um einen Computer auszutauschen.
Nach über zwei Stunden Überwältigungs-Audio-Video von der Riesenleinwand und dem Abgang der drei, wie ihr Chef in state-of the-art-Leuchtanzüge gewandeten, Musik- & Bild-Zuarbeiter nach rechts hinten beschließt Hütter die Show mit "Gute Nacht.", um aber gleich ein "Auf Wiedersehen" nachzuschieben. Denn in der Tat kehren die vier Tastenakteure schnell noch einmal für die Zugabe zurück: Wir sind die Roboter - auf russisch: ya tvoy rabotnik. Falls es ein Abschied gewesen sein sollte, hatte das Münchner Publikum Hütters visionäres, bemerkenswert gut gealtertes Technopop-Kraftwerk tatsächlich im technischen Zenit (ohne h) erlebt. ♦ Computerwelt- Video ♦ Radioaktivität ♦ Computerliebe ♦ Tourauftakt Nürnberg Meistersingerhalle ♦ Multimedia-Tour ♦ ♦ Aktuell mit on stage: Henning Schmitz (seit 1991), Falk Grieffenhagen (seit 2012), Georg Bongarts (seit 2023). |
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